Moderne Technik hinter historischen Mauern

Viele Jahre lang war das Schloß in Köngen dem Verfall preisgegeben. Erst ein Notkauf der Gemeinde rettete das im späten 12. Jahrhundert als Wasserschloss erbaute Anwesen. Inzwischen ist das Schloss restauriert und verfügt sogar über einen Aufzug.

innen.jpgDas älteste und bedeutendste Gebäude Köngens ist das Schloss mit seiner über 600jährigen Geschichte. Die hätte mit dem fortschreitenden Verfall des Bauwerks beinahe ein jähes Ende gehabt. Doch glücklicherweise konnte die Gemeinde das kulturhistorisch wertvolle Gebäude in einem „Notkauf“ retten.

Knapp 10.000 Einwohner zählt die Gemeinde von Köngen, einem Ort in der Nähe von Esslingen, der auf eine Tradition bis zur Römerzeit zurückblicken kann. Das älteste und bedeutendste Gebäude Köngens ist das Schloss mit seiner über 600jährigen Geschichte. Die hätte mit dem fortschreitenden Verfall des Bauwerks beinahe ein jähes Ende gehabt. Doch glücklicherweise konnte die Gemeinde das kulturhistorisch wertvolle Gebäude in einem „Notkauf“ retten. Stück für Stück ist die historische Substanz seitdem gesichert und restauriert worden. Ein wichtiger Meilenstein in der Wiederherstellung des Schlosses war der Abschluss der Restaurierung des Rittersaals im Jahr 2004. Im Renaissancestil gehalten, gilt der Saal mit seinen Wandgemälden römischer und deutscher Kaiser als einmalig im südwestdeutschen Raum. Doch nicht nur die möglichst originalgetreue Rekonstruktion von Schloss Köngen, sondern auch die zeitgemäße Nutzung des Denkmals war Bestandteil des Sanierungskonzepts. Das sah beispielsweise den Einbau eines Aufzugs in den alten Gemäuern vor.

Eine leichte Angelegenheit war, wie einige Beispiele zeigen, der Einbau der Anlage nicht. Besonders knifflig, eine Schachtgerüstkonstruktion zu entwickeln, mit der sich die Brandschutzbehörde einverstanden zeigte, denn der Glasaufzug kann bis in den historischen Dachstuhl fahren. Mit G30 Türen und einer speziellen Brandschutzverglasung im oberen Halt des Schachtes ist das Problem gelöst. Weil der Dachstuhl nicht geöffnet werden durfte, konnten Schachtkonstruktion und Kabine nur über das Eingangsportal des Schlosses in das enge Treppenauge befördert werden. Umsicht war auch bei den Schweißarbeiten in unmittelbarer Umgebung der historischen Bausubstanz aus Holz geboten.

Die zeitgemäße und behindertengerechte Nutzung des wiederhergestellten Schlosses beherbergt jetzt Büroräume und kann für kulturelle Veranstaltungen und private Feierlichkeiten genutzt werden.



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