Lexikon
Abnahmeprüfung
Die Betriebssicherheitsverordnung (Betr.Si.V. §14 (1)) schreibt vor der Inbetriebnahme einer Aufzugsanlage (bei Erstinbetriebnahme oder einer wesentlichen Veränderung) eine Prüfung durch eine zentrale Überwachungsstelle (ZÜS) vor.Angeordnete außerordentliche Prüfung
Nach Schadensfällen ist eine Sonderprüfung durchzuführen (Betr.Si.V. §16).Ausgleichsgewicht
Masse, die zur Energieeinsparung dient, durch teilweisen oder ganzen Ausgleich der Fahrkorbmasse.
Behindertenaufzüge
Behindertenaufzüge sind nach VdTÜV-Merkblatt 103 Aufzuganlagen, die aufgrund ihrer Bauart ausschließlich zur Beförderung behinderter Personen mit einem Lastaufnahmemittel in einer der Behinderungsart angemessenen Weise bestimmt sind und deren Tragfähigkeit 300 kg nicht übersteigt. Senkrecht- und Schrägaufzüge sind Untergruppen des Behindertenaufzuges.
Behindertengerechte Aufzüge
Aufzüge, die bestimmte Anforderungen an Fahrkorb- und Türgröße erfüllen, um behinderten Personen die selbständige Aufzugnutzung und Nutzung mit Begleitpersonen zu ermöglichen. (DIN EN 81-70)Behälteraufzüge
Güteraufzüge, die ausschließlich zur Beförderung von für die jeweilige Aufzuganlage bestimmten speziellen Sammelbehältern zwischen höchstens 3 Haltestellen dienen. Die Tragfähigkeit darf 1000 kg, die auf die Behältergröße abgestimmte Fahrkorbgrundfläche 2,0 m2 und die Geschwindigkeit 0,3 m/s nicht überschreiten.
Bettenaufzüge
Personenaufzüge nach DIN 15309, die jedoch mit den Tragfähigkeiten von 1600, 2000 und 2500 kg größere Abmessungen haben und speziell für Krankenhäuser, Altenheimen und Kliniken geplant werden.
Brandfallsteuerung
Bei Aktivieren des Feuerwehrschalters oder eines bauseitigen Brandfallsignals wird die Brandfallfunktion ausgelöst. Die Außensteuerung wird abgeschaltet. Der Aufzug steht nun ausschließlich der Feuerwehr zur Verfügung. Die Lichtschranke an der Tür wird abgeschaltet, damit die Tür bei Raucheinwirkung nicht offen bleibt.
CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung besagt, dass das betreffende Produkt die grundlegenden Anforderungen aller relevanten EG-Richtlinien erfüllt. Der Lieferant oder Montagebetrieb bestätigt dies bei der Übergabe der Anlage mit einer Konformitätserklärung und dem Anbringen des CE-Zeichen.
DIN ISO 9001 ff
Internationale Norm zum Qualitätsmanagement, mit Darlegung des Ablaufes von der Entwicklung über den Kundendienst bis zum Kunden mit dem Ziel, die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden zu erfüllen. Erfolgte Zertifizierungen werden in zweijährlichen Abständen überprüft.
Direkt angetriebener Aufzug
Hydraulischer Aufzug, bei dem der Kolben direkt mit dem Fahrkorb oder seinem Rahmen verbunden ist. Anwendung allgemein nur für geringe Förderhöhe.
Elektrische Sicherheitskette
Gesamtheit der in Serie geschalteten elektrischen Sicherheitseinrichtungen.
Entriegelungszone
Bereich unter - und oberhalb einer Haltestelle, in dem der Fahrkorbboden stehen muss, damit die Schachttür an dieser Haltestelle entriegelt sein darf.
Fahrkomfort
Ruckfreies Beschleunigen und Verzögern in Verbindung mit hoher Anhaltegenauigkeit sind Kriterien für den Fahrkomfort bei der Beförderung von Fahrgästen. Unterstützend auf den Komfort wirken optimierte Türöffnungssysteme, angenehme Kabinenausstattungen und funktionelle Informationsgeber.
Fahrkorb
Teil der Aufzugsanlage, der zur Aufnahme der zu transportierenden Personen u./o. Güter bestimmt ist.
Fahrkorbstandzeiger
Eine gut sichtbare Standortanzeige im Fahrkorb (Kabine) ist obligatorisch und für den Fahrgast sehr wichtig, damit er weiß wann er seine Zielhaltestelle erreicht hat.Fahrtrichtungsanzeiger
Auf - und Ab Pfeil, der in Verbindung mit einem Standzeiger leuchtet, wenn der Aufzug fährt.
Fangvorrichtung
Mechanische Einrichtung, die den Fahrkorb oder das Gegengewicht bei Übergeschwindigkeit oder bei Bruch der Tragmittel, an den Führungsschienen abbremst und festhält.
Fernnotruf
Aufzüge, die nach dem 30.6.99 in den Verkehr gebracht wurden, müssen im Fahrkorb eine Sprechanlage zur Kommunikation mit einer ständig besetzten Stelle ermöglichen. Fernnotrufsysteme stellen eine Personenbefreiung rund um die Uhr sicher und verlagern die Verantwortung für die Personenbefreiung auf einen Dienstleister.
Feuerwehraufzüge
Aufzüge, die entsprechend den Bauordnungen der Bundesländer im Brandfall für den Feuerwehreinsatz vorgeschrieben werden. An Feuerwehraufzüge werden besondere Anforderungen gestellt (z. B. Notstromversorgung, Ausstiegsluke im Fahrkorb, spezielle Steuerungsprogramme ...)
Frequenzgeregelter Antrieb
Wirtschaftlicher Antrieb. Ein Gleichrichter wandelt die Netzspannung zunächst in Gleichspannung um, dann wird die Gleichspannung umgeformt in Drehstrom mit variabler Frequenz.Durch Änderung der Frequenz kann der Drehstrommotor verlustarm in seiner Drehzahl vom Stillstand bis zur Nenngeschwindigkeit verändert werden.
Ein Regelkreis mit Sollwert - und Istwertgeber gewährleistet die Einhaltung der eingestellten Geschwindigkeiten und der Beschleunigung ohne Beeinflussung durch Störungen. Das Ergebnis ist eine stufenfreie fein gerundete Fahrkurve vom Start bis zum Halt in der Zielhaltestelle. Weitere Vorteile: kürzeste Fahrzeiten - hohe Förderleistung, Schonung von Getriebe und Bremse, hohe Energieeinsparung, kleine Anfahrströme.
Förderleistung
In Gebäuden mit intensivem Vertikalverkehr ist es wichtig, die erforderliche Aufzugkapazität so auszulegen, dass die Beförderung der Fahrgäste mit der erwarteten Schnelligkeit ablaufen kann. Als Maßstab dafür sind definiert: Förderleistung und Wartezeit. Die Förderleistung setzt sich unter anderem aus Fahr-, Türöffnungs- und Türschließgeschwindigkeit zusammen. Die Förderleistung in 5 Minuten ist ein Wert, der angibt wie viel aller Personen in 5 Minuten vom EG aus transportiert werden können.
Führungsschienen
Komponente im Schacht, die der Führung des Fahrkorbs und des Gegengewichtes dient.
Gegengewicht
Masse, welche die Treibfähigkeit an der Treibscheibe sicherstellt. Das Gegengewicht muss sich im gleichen Schacht wie der Fahrkorb befinden.
Gegensprechanlage
Anlage die einen einfachen Hör - und Sprechverkehr ermöglicht ohne zusätzliche Gesprächs-Steuertaste.
Geschwindigkeitsbegrenzer
Mechanische Einrichtung, die bei Übergeschwindigkeit das Triebwerk abschaltet und die Fangvorrichtung auslöst.
Getriebeloser Antrieb
Wird auch "gearless" genannt. Beim getriebelosen Antrieb sitzt die Treibscheibe unmittelbar auf der Motorwelle, ohne Zwischenschaltung eines Getriebes.Gruppensteuerung
Wenn 2 oder mehrere Aufzüge über eine gemeinsame Steuerungseinheit verbunden sind.
Güteraufzug
Aufzuganlagen, die ausschließlich dazu bestimmt sind, Güter zu befördern. Im Gegensatz zu Lastenaufzügen dürfen sie keine Personen transportieren.Hauptprüfung
Aufzuganlagen unterliegen wiederkehrenden Hauptprüfungen durch Sachverständige (Betr.Si.V. §15).
Hydraulischer Aufzug
Aufzug, bei dem die Hubarbeit eine elektrisch angetriebene Pumpe leistet. Die Pumpe führt Hydrofluid einem direkt oder indirekt mit dem Fahrkorb verbundenen Heber zu. Das Pumpenaggregat wird in einem Triebwerkraum eingebaut, dessen Lage vom Schacht unabhängig ist.
Hängekabel
Bewegliches Elektrokabel zwischen Fahrkorb und einem Festpunkt, allgemein in der Schachtmitte.
Indirekt angetriebener Aufzug
Hydraulischer Aufzug, bei dem der Kolben über Tragseile oder Ketten mit dem Fahrkorb oder seinem Rahmen verbunden ist.
Inverkehrbringen
Begriff ist aus der Aufzugsrichtlinie und bezeichnet den Zeitpunkt, an dem der Montagebetrieb den Aufzug dem Benutzer erstmals zur Verfügung stellt.
Kleingüteraufzüge (KGA)
Kleingüteraufzüge sind nicht betretbare Aufzuganlagen, die ausschließlich dazu bestimmt sind, Güter (z. B. Akten, Bücher, Speisen ...) über eine nicht begrenzte Förderhöhe zu transportieren. Die Tragfähigkeit darf 300 kg , die nicht betretbare Fahrkorbgrundfläche 1,0 m2 und die Fahrkorbtiefe 1,0 m nicht überschreiten.
Lastenaufzug
Aufzug, der vorwiegend zur Beförderung von Lasten, die im allgemeinen von Personen begleitet werden, bestimmt ist.
Maschinenraum
Verschließbarer Raum zur Aufnahme des Antriebs, der Steuerung, des Hauptschalters sowie des Geschwindigkeitsbegrenzers, ausgestattet mit einer Be- und Entlüftung.
Montagebetrieb
Begriff ist aus der Aufzugsrichtlinie und bezeichnet eine natürliche oder juristische Person, die verantwortlich für den Entwurf, die Herstellung, den Einbau und das Inverkehrbringen des Aufzuges ist. Der Montagebetrieb bringt die CE-Kenzeichnung und stellt die EG-Konformitätserklärung aus.
Nachstellen
Vorgang, der nach dem Anhalten des Fahrkorbes in einer Haltestelle, bei offener Türe, die Bündigstellung korrigiert, wenn beim Be - und Entladen durch Seildehnung Niveau - Unterschiede auftreten.
Nenngeschwindigkeit
Geschwindigkeit des Fahrkorbes, für die der Aufzug ausgelegt ist. Bei Hydraulikantrieb max. 1,0 m/s. Die Nenngeschwindigkeit beim Hydraulikantrieb kann aufwärts - und abwärts unterschiedlich sein. Bei Treibscheibenantrieb keine Beschränkung in der Höhe der Geschwindigkeit.
Nutzfläche des Fahrkorbes
Fahrkorbgrundfläche
Nutzlast
Ist die höchste Last, die betriebsmäßig im Fahrkorb transportiert werden darf. Die Nutzlast wird durch die Tragfähigkeit angegeben.
Panoramaaufzüge
Aufzug für die Personenbeförderung innerhalb sowie außerhalb eines Gebäudes. Panoramaaufzüge bestehen zum größten Teil aus Glas, so dass der Blick aus der Kabine ermöglicht wird. Bildet das harmonische Bindeglied zwischen Technik und Architektur.
Parkhaltestelle
Nach Erledigung aller Außenrufe und Innenkommandos fährt der Aufzug automatisch zu einer definierten Parkhaltestelle und hält dort mit geschlossener Tür.
Puffer
Nachgiebiger Anschlag am Ende der Fahrbahn, der hydraulisch, durch Federkraft, oder durch ähnliche Einrichtungen den Fahrkorb, oder das Gegengewicht verzögert. Puffer müssen am unteren Ende der Fahrbahn von Fahrkorb und Gegengewicht angeordnet sein. Pufferarten und Anwendung:• Energiespeichernde Puffer bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 1,0 m/s.
• Energiespeichernde Puffer mit Rücklaufdämpfung bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 1,6 m/s.
• Energieverzehrende Puffer für alle Fahrgeschwindigkeiten.
Puffer sind so ausgelegt, dass die mittlere Verzögerung von 1g nicht überschritten wird und nach dem Aufsetzen keine bleibenden Verformungen vorhanden sind.

